Brücke Bracken kommt später

Brücke Bracken kommt später

Freitag, den 14. November 2014 um 20:00

Nachdem der Liefertermin für die neue Brücke Bracken bereits mehrfach verschoben wurde, steht jetzt fest: Dieses Jahr wird die Brücke nicht mehr kommen.

Der ursprüngliche Fertigstellungstermin lag im Sommer. Die Verzögerungen wurden insbesondere mit Fertigungsproblemen im Werk der Dresdner Firma, die mit der Produktion betraut ist, begründet. Im heutigen Lenkungskreis hat die Stadtverwaltung eingestanden, dass mit der Produktion noch nicht einmal begonnen wurde, weil keine ausführbare Planung vorliegt. Es fehlt die Statik.

Keine durchgängige Nutzbarkeit zur Eröffnung

bruecke-bracken_fotomontage
Lückenschluss nur per Fotomontage: Der Bau der Brücke Bracken wird nicht mehr in diesem Jahr stattfinden.

Vage geht die Stadt nun von einer Installation im Frühjahr aus. Ob diese Frist angesichts des immensen Planungsrückstands überhaupt eingehalten werden kann, ist fraglich. Termine sind schon wiederholt genannt und nicht eingehalten worden. Zur Eröffnung der Nordbahntrasse am 19. Dezember 2014 wird es jedenfalls keine durchgängige Nutzbarkeit des Fuß- und Radweges geben – die Zusage der Stadt ist Makulatur. Bis zur abschließenden Installation bekommen die Trassennutzer eine rund 500 Meter längere Alternativroute ausgeschildert, die aber besonders für ältere Bürgerinnen und Bürger nur unter Anstrengungen zu bewältigen ist, da sie erhebliche Höhenunterschiede aufweist.

Teures Unikat statt bewährter Lösung

Die Stadt spielt die Lage indes herunter: Der Teufel stecke im Detail – Korrekturen an den Planungen der Baufirma hätten im Vorfeld zu dem Zeitverlust geführt. Dafür sei das Bauwerk später wartungsärmer. Warum aber keine konventionelle Fußgängerbrücke gebaut wurde, wie sie sich schon mehrfach auf benachbarten Trassen bewährt hat, ist uns unbegreiflich. In der Ausschreibung hatte die Stadt ein Unikat in Auftrag gegeben, für das noch keine statischen Berechnungen vorlagen. Diese sollten von der Firma vorgenommen werden. Nun scheitert man am selbst verantworteten straffen Zeitplan.

»Das einzige Bauwerk auf der Trasse, das neu erbaut werden muss, wird nun nicht rechtzeitig fertig, obwohl die Stadt für die Planung der Brücke vier Jahre Zeit hatte. Das ist traurig und sehr ärgerlich.«, findet Carsten Gerhardt, Vorsitzender der WUPPERTALBEWEGUNG.

Bürger sind Leidtragende

Die Verzögerung bedeutet keinen finanziellen Verlust für die Stadt. Bracken liegt im sogenannten Außenbereich des Projektes Nordbahntrasse, das mit 90 Prozent aus dem EU-Ziel-2-Programm und vom Land gefördert wird. Deshalb gilt hier nicht die für die innerstädtischen Bereiche gültige Vorgabe, dass Projektkosten bis zum 13. Dezember 2014 mit dem Land NRW abgerechnet werden müssen. Auch das Dresdner Unternehmen muss keine Einbußen fürchten: Beim Abschluss des Bauvertrags hat es die Stadt versäumt, eine Konventionalstrafe zu vereinbaren. Die letztlichen Leidtragenden sind die Bürgerinnen und Bürger. Wir haben unsere Enttäuschung und unser Unverständnis klar ausgedrückt.

Die entsprechende Pressemitteilung der Stadtverwaltung lesen Sie hier.

Foto: Rolf Dellenbusch
Fotomontage: Norina Peinelt, Verkehrsplanung Stadt Wuppertal

von Mario Schroeder