Erbauer der Trasse streiten sich?

Erbauer der Trasse streiten sich?

Sonntag, den 1. Januar 2017 um 12:00

Für all diejenigen unter Ihnen, die durch den Artikel in der Westdeutschen Zeitung unter dem Titel »Erbauer der Trasse streiten sich« vom 30. Dezember 2016 irritiert waren, hier der Hintergrund – es ist uns wichtig, diesen deutlich zu machen, da wir generell allen ›Streit‹ um die Nordbahntrasse sehr schade finden und vermeiden wollen.

Als WUPPERTALBEWEGUNG e.V. sind wir den Einrichtungen des Zweiten Arbeitsmarktes für die seit vielen Jahren gewährte Unterstützung in Form der Arbeit von Langzeitarbeitslosen sehr dankbar. Ohne sie wäre das Projekt Nordbahntrasse nicht umsetzbar gewesen.

Sie sind ein wichtiger, aber sicher nicht der einzige Baustein für den Erfolg. Bürgerschaftliches Engagement, die Unterstützung zahlreicher Unternehmen, Förderung durch Land, Bund, EU sind weitere Bausteine des Erfolgs gewesen, ohne die es keine Trasse gäbe. Von daher waren wir mehr als erstaunt, als wir im Sommer 2016 erfuhren, dass die Leitung des sogenannten Wichernhauses an die Stadtverwaltung herangetreten war, um an fünf Stellen an der Trasse neben den großen Trassenhinweisschildern (die jeweils den gesamten Trassenverlauf darstellen) ebenso große Schilder ausschließlich zur Würdigung des Zweiten Arbeitsmarktes aufzustellen.

Für uns als WUPPERTALBEWEGUNG e.V. ist die Würdigung der Verdienste der Langzeitarbeitslosen eine Selbstverständlichkeit, allerdings möchten wir sie im Kontext aller wesentlichen Unterstützer darstellen. Auf dem Viadukt über der Uellendahler Straße entsteht zu diesem Zweck ein Sponsorenplatz, an dem um einen großen Tisch in »Wuppertal-Form« alle Unterstützer/-innen gewürdigt werden sollen: von einzelnen Bürgern, die mit kleinen Spenden geholfen haben, bis zu Unternehmen, die durch Großspenden beigetragen haben. In der gebotenen Klarheit sollen dort auch die Verdienste des Zweiten Arbeitsmarktes herausgestellt werden.

Wiederholt haben wir im Übrigen beim Wichernhaus um die Namen der in den letzten Jahren an der Nordbahntrasse tätigen Langzeitarbeitslosen gebeten, weil wir sie gerne so weit als möglich auch namentlich mit aufführen möchten. Uns wurde beschieden, dass dazu das Einverständnis eines jeden Einzelnen eingeholt werden müsse, was organisatorisch aber nicht zu bewerkstelligen sei. Wir kommentieren das nicht weiter.

Als WUPPERTALBEWEGUNG e.V. haben wir in den letzten Jahren keine passende Gelegenheit ausgelassen, auch die Verdienste der Langzeitarbeitslosen um den Bau und Erhalt der Nordbahntrasse darzustellen, vgl. als Beispiel die Darstellung auf dieser Homepage. In einer Ausstellung anlässlich des zehnten Geburtstages der WUPPERTALBEWEGUNG e.V. als solche allerdings haben wir darauf verzichtet, weil es um den Verein an sich und nicht um die Trasse ging. Des Weiteren wurde bei der Verleihung des Ehrenrings, der stellvertretend für alle Aktiven der WUPPERTALBEWEGUNG e.V. entgegen genommen wurde, in der Dankesrede explizit um Verständnis gebeten, dass keine einzelnen Beitragenden zum Trassenerfolg genannt würden. Dies hätte bei der Vielzahl der handelnden Akteure das Risiko beinhaltet, einzelne wesentliche zu vergessen.

Die Leitung des Wichernhauses hat sich über die fehlende Würdigung beklagt und in der Konsequenz eine Teilnahme von Mitgliedern der WUPPERTALBEWEGUNG e.V. an der Weihnachtsfeier ihrer Einrichtung unterbunden. Das finden wir sehr bedauerlich, da wir in den letzten Jahren immer mit rund zehn Personen daran teilnahmen, um auch im persönlichen Gespräch unsere Wertschätzung gegenüber den Arbeitenden auszudrücken. Auch die 100 Exemplare des Trassenkalenders, die wir für die Langzeitarbeitslosen abgegeben hatten, durften nicht verteilt werden. Dies ist für uns nicht nachvollziehbar. Auf der Arbeitsebene ist das Verhältnis zwischen den Vertreter/-innen der WUPPERTALBEWEGUNG und den Langzeitarbeitslosen im Übrigen tadellos.

Wir sind den Langzeitarbeitslosen für ihr fortwährendes Engagement beim Bau und Unterhalt der Trasse unter teilweise sehr widrigen Bedingungen sehr dankbar und werden ihren Beitrag am zentralen Platz für die Würdigung aller Unterstützer/-innen auf dem Uellendahler Viadukt im Kontext gebührend darstellen.

Wir hoffen, dass Sie unser Handeln nachvollziehbar und richtig finden. Sollten Sie noch weitere Fragen oder Kommentare haben, wenden Sie sich gerne jederzeit an uns.

von Carsten Gerhardt