FAQ
Häufige Fragen zur Wuppertalbewegung e.V. / Nordbahntrasse
Historie
Wann wurde die ursprüngliche Trasse gebaut?
Sie wurde ab 1873 gebaut und 1879 in Betrieb genommen.
Warum wurde die Trasse gebaut?
Die Rheinische Eisenbahngesellschaft hat sie in Konkurrenz zur im Tal verlaufenden Route Elberfeld – Dortmund der Bergisch-Märkischen Eisenbahngesellschaft gebaut. Damit schuf sie eine Direktverbindung zwischen Dortmund-Hörde und Düsseldorf.
Wann wurde die Trasse stillgelegt?
Im Jahre 1991 wurde der Personenverkehr eingestellt. Acht Jahre später fuhr der letzte Güterzug.
Warum wurde die Trasse stillgelegt?
Die Rheinische verlor mit dem Ausbau der Bergisch-Märkischen Strecke zunehmend an Bedeutung. Diese weitgehend parallel verlaufende Bahnlinie im Tal in Richtung Köln, Schwebebahn und Busse setzten sich im Wettbewerb durch. Der teure Betrieb der Strecke hatte sich nicht mehr gelohnt.
Woher kommt der Name “Nordbahntrasse”?
Die Eisenbahnstrecke führte 16 Kilometer über die Nordhöhen Wuppertals. Das brachte ihr den Namen “Nordbahn” ein.
Nutzung
Wäre auf der Trasse ein Nahverkehrsweg nicht sinnvoller ?
Nein. Durch die parallel verlaufenden Strecken der Deutschen Bahn und die Schwebebahn sowie gute Busverbindungen wäre ein Nahverkehr verkehrstechnisch nicht notwendig und nicht rentabel – das war bereits viele Jahre vor der Stilllegung der Fall. Den hohen dafür notwendigen öffentlich Subventionen stünde für die breite Masse der Wuppertaler Bürgerinnen und Bürger kein ausreichender Mobilitätsvorteil gegenüber.
Wäre eine Museumsbahn nicht schön?
Natürlich. Aber dann wäre die für Radfahrer und Fußgänger zur vefügung stehende Breite (z.B. in den Tunneln und auf Brücken) nur noch halb so breit. Dabei ist die Trasse angesichts ihrer hohen Nutzungsfrequenz auch heute in den Innenstdtbeeichen zu eng.
Ist die Trasse mehr als ein Verkehrsweg?
Ja, sie ist ein Ort der Begegnung. Es haben sich an oder der Trasseauf ideelle wie auch kommerzielle Veranstaltungen entwickelt, die sich bei Bürgerinnen und Bürgern größter Beliebtheit erfreuen und die Nordbahntrasse, regional wie überregional, zu einem »Ort der Begegnung« machen. Veranstalter können viele sein: Vereine, Schulen, Unternehmen, Privatpersonen oder auch die WUPPERTALBEWEGUNG e.V.
Veranstaltungen sind zum Beispiel Trassenfeste, Bürgeraktionen, Trassenwanderungen, SupaGolf, Pflanzentauschbörsen und Ausstellungen. Vor allem die Bereiche um die ehemaligen Bahnhöfe haben sich zu Aktionszentren entwickelt.
Umbau
Seit wann ist die Trasse fertig?
Am 19. Dezember 2014 wurde die Nordbahntrasse von WUPPERTALBEWEGUNG e.V. und Stadt gemeinsam eingeweiht. Seit dem Einhub der Brücke Bracken am 24. April 2015 ist die Strecke auf 23 Kilometern durchgehend nutzbar. Fertig ist sie dann allerdings noch nicht: die unterseitige Sanierung der Viadukte wurde von der Stadt verschoben, ebenso die Sanierung bzw. Erneuerung von Brücken.
Wer hat die Trasse gebaut?
Im Förderbereich II (Schleswiger Straße bis Rott) die Wuppertaler Nordbahntrassen GmbH, eine gemeinnützige Zweckgesellschaft als hundertprozentige Tochtergesellschaft der WUPPERTALBEWEGUNG e.V. In den übrigen Bereichen hat die Stadt Wuppertal die Bauherrenschaft für sich reklamiert. Bürgerschaftliche Unterstützung und auch der Zweite Arbeitsmarkt haben erheblich beigetragen.
Ausstattung
Warum ist die Trasse unterschiedlich breit und befestigt?
Die ursprüngliche Zielsetzung der WUPPERTALBEWEGUNG e.V. war, die ganze Strecke bei einer Gesamtbreite von sechs Metern auf einer Breite von vier Metern für Radfahrer zu asphaltieren und auf einer Breite von zwei Metern für Fußgänger zu pflastern. Dies ist im innerstädtischen Bereich realisiert worden, womit die Nordbahntrasse dort die meisten Kriterien für einen Radschnellweg erfüllt.
Aus Kostengründen hat die Stadt gegen der Widerspruch der Wuppetalbewegung in den Außenbereichen die Breite auf vier bzw. drei Meter reduziert.
Wo kommt man auf die Trasse?
Zugänge gibt es nicht nur an den bisherigen Bahnhöfen, sondern an zahlreichen Punkten über die gesamte Länge verteilt. Fast alle sind barrierefrei.
Näheres siehe www.nordbahntrasse.de
Welchen Rechtscharakter hat die Trasse ?
Die Trasse ist als öffentlicher Weg für den nichtmotorisierten Verkehr und Pedelecs gewidmet. Es gilt deshalb die allgemeine Straßenverkehrsordnung (StVO).
Finanzierung
Was hat der Umbau gekostet?
Gut 30 Millionen Euro.
Wer hat die Kosten aufgebracht?
Das Projekt erhielt Fördermittel in Höhe von rund 21 Millionen Euro aus Landes-, Bundes- und EU-Fördermitteln. Die notwendigen Eigenmittel von über 2 Mio. € hat die WUPPERTALBEWEGUNG e.V. durch großzügige Spenden von Stiftungen, Unternehmen, aber auch von vielen Bürgerinnen und Bürgern erbracht. Erfreulicherweise wurden erhebliche Leistungen des Zweiten Arbeitsmarktes ebenfalls als Eigenmittel anerkannt. Den Rest musste die Stadt Wuppertal finanzieren, nachdem sie der WUPPERTALBEWEGUNG e.V. die Fertigstellung der Trasse entzogen hat.
Warum sind weitere Spenden wichtig?
Die WUPPERTALBEWEGUNG e.V. arbeitet nach Fertigstellung der Nordbahntrasse weiter an großen Projekten, für die sie die Eigenmittel zur verfügung stellen muss. Die Schwarzbachtrasse von Wichlinghausen nach Langerfeld und der Rastplatz Belvedere sind fertig. Ein Verkehrsübungsplatz ist in der Planung, das Projekt Circular Valley ist am Start. Außerdem werden die Trassen weiter verbessert, z. B. hinsichtlich der Möblierung (Bänke, Tische, Fahrradbügel etc.).
Die WUPPERTALBEWEGUNG e.V. arbeitet hundertprozentig ehrenamtlich.
Betrieb und Unterhaltung
Wer betreibt die Trasse nach der Fertigstellung?
Ursprünglich sollten die Wuppertaler Nordbahntrassen GmbH und mittelbar die WUPPERTALBEWEGUNG e.V. die Trasse mit vielfältiger Unterstützung durch den Zweiten Arbeitsmarkt, Streckenpaten, Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen für 20 Jahre unterhalten und die Verkehrssicherung übernehmen. Inzwischen hat die Stadt entschieden, selbst für die Verkehrssicherung verantwortlich zu zeichnen. Die WUPPERTALBEWEGUNG e.V. wird sich weiterhin in den Betrieb und die Unterhaltung einbringen, damit die Trasse nicht verkommt und im Gegenteil weiterentwickelt wird. Sie hat hierzu feste Vereinbarungen mit der Stadt getroffen.
Wie wird das Randgrün gepflegt?
Grünschnitt und Pflegemaßnahmen an der Nordbahntrasse sind Aufgabe der Stadt Wuppertal. Dazu hat sie (Stand September 2017) einige Fragen beantwortet:
Frage 1 - Was für Grünpflege wird entlang der Nordbahntrasse vorgenommen?In der Hauptsache ist es während der Vegetationsperiode das Freistellen der Bankette. Partielles zurückdrängen des Riesenbärenklaus und der Rückschnitt stark vortreibender Gehölze. Soweit erforderlich das Entfernen von Gefahrenbäumen.

Außerhalb der Vegetationsperiode Rückschitte von Sträuchern und Hecken, freistellen der Lichtmasten, bzw. deren Leuchten und das Beforsten der Nebenflächen, soweit erforderlich. Zusätzliche Fällaktionen durch turnusgemäße Baumbegutachtungen.

Frage 2. - Wer führt die Grünpflege aus? Sämtliche Angelegenheiten in Sachen “Grün” werden in Zusammenarbeit mit dem Ressort Grünflächen und Forsten und dem Ressort Umweltschutz abgestimmt und umgesetzt. Wobei in Zusammenarbeit mit dem Job- Center und mit der Wichernhaus gGmbH, durch Mitarbeiter des sogenannten 2. Arbeitsmarktes in täglicher händischer Arbeit eine zusätzliche Streckenpflege erzielt werden kann.

Frage 3. - Wird tatsächlich alles entfernt, so dass nur noch Schotter u.ä. sichtbar ist? Ja, das ist das Ziel. Allerdings begrenzt auf jeweils etwa einen Meter rechts und links der Strecke. Viele der jetzt dort blühenden Pflanzen sind Gewächse, die sich gerade auf diesen Brach- und Schotterflächen ansiedeln. Sie sind Standortspezialisten, die in Rasen- und Wiesenflächen nicht konkurrenzfähig sind und werden verdrängt. Für diese Arten ist der Rückschnitt und das offen Halten der Schotterfläche, so eigenartig das klingt, eine Pflegemaßnahme.

Frage 4. - Wenn ja, warum wird das so gemacht? Was spricht dagegen, etwas Grün stehen zu lassen?
Der vorgenannte Meter, die sogenannte Bankette stellt einen Schutzstreifen dar, der quasi zur Strecke gehörig ist. Er dient dem gesamten Streckenverkehr, dem Ableiten des Oberflächenwassers und dem Erhalt der Bausubstanz.
Wird hier die Pflege vernachlässigt, besteht die Gefahr, dass sich nach den derzeit vorhandnen Pfanzen eine Krautschicht entwickeln kann, die das Nachrücken anderer Pfanzen wie Sträucher und Brombeeren begünstigen würde. Neben den vorgenannten Folgen würde zum einen der offene Charakter der Trasse beeinträchtigt, zum anderen sich Gefahrenstellen entwickeln können. Beispiesweise hat die mit Stacheln bewehrte Brombeere einen Zuwachs von bis zu 3- 5 Metern je Vegetationsperiode.
Der Erhalt und die Funktion der Bankette ist unabdingbar und muss gewährleistet werden.

Frage 5. - Wäre es aus Sicht des Umweltschutzes nicht sogar besser, wenn es mehr Grün stehen bliebe? (für Insekten, Vögel, die Luft etc.?)
Nicht zuletzt aus diesem Grund wird die Pflege des grünen Bestandes wie bereits unter Punkt 2 beschrieben in enger Zusammenarbeit u. a. mit dem Ressort Umweltschutz abgestimmt. Das was draußen umgesetzt wird, ist das absolut notwendige für einen “sicheren” Betrieb der Nordbahntrasse. Es ist im übrigen Förderziel, den grünen Gürtel Nordbahntrasse zu pflegen, erhalten und zu Fördern. Dies gilt nicht nur für die Flora, sondern auch der Entwicklung und Verbreitung von Gattungen aus dem Bereich der Fauna.
Frage 6 - Was kostet die Grünpflege?
Die Grünpflege der NBT ist ein Bestandteil des jährlichen Aufwandes aus dem städtischen Haushalt für Instandhaltung auf das gesamte Stadtgebiet.
Wie heißt die Strecke?
Die Nordbahntrasse ist offiziell nach dem größten Sponsor, der Jackstädt-Stiftung, in “Jackstädtweg” benannt worden. Sie ist Bestandteil des Panorama-Radwegenetzes, das die ehemaligen Bahntrassen im Bergischen Land, im südlichen Ruhrgebiet und im Sauerland miteinander verbindet und Anschlüsse an die beliebten Flussradwege an Rhein, Ruhr und Sieg schafft.
Gibt es so etwas wie einen Wachdienst auf der Trasse?
Nein, wie auf allen Straßen in Wuppertal sorgen Polizei und Ordnungsamt für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger.
Welche Sicherheitseinrichtungen gibt es auf der Trasse?
Der innerstädtische sowie der westliche außerstädtische Bereich der Trasse ist mit einer modernen LED- Straßenbeleuchtung ausgestattet. Die Tunnel sind Tag und Nacht (mit kleinen Ausnahmen zum Schutz der Fledermäuse) beleuchtet. Die unterschiedliche Farbgestaltung der Tunnelbeleuchtung dient der Orientierung, insbesondere in Notfällen, so dass die Notrufzentralen im Falle eines Anrufs wissen, in welchem Tunnel Hilfe notwendig ist: Der Tunnel Dorrenberg ist rot beleuchtet, blaues Licht umfängt Spaziergänger und Radler beim Betreten des Tunnels Engelberg, während gelbe Leuchten den Tunnel Dorp erhellen und der Rotter Tunnel in Pink erstrahlt. In kurzen Abständen sind Hinweistafeln mit Notrufnummern und Standortangaben angebracht.
Die Geländer an den Viadukten und Brücken sind erhöht, so dass sie – im Rahmen des Möglichen – absturzsicher sind. Der Schotter ist von den Viadukten entfernt, so dass vor allem für Kinder keine Versuchung entsteht, ihn herunterzuwerfen.
Der Anregung der WUPPERTALBEWEGUNG e.V., unter Ausnutzung der vorhandenen Beleuchtungseinrichtungen an neuralgischen Punkten Videokameras anzubringen – natürlich mit entsprechendem Datenschutzkonzept – ist die Stadt nicht gefolgt. Es bleibt zu hoffen, dass diese Entscheidung sich nicht einmal als falsch herausstellen wird. Die Nordbahntrasse muss ein Verkehrsweg sein und bleiben, auf dem sich die Bürgerinnen und Bürger aller Altersstufen und Geschlechter sicher fühlen.
Draisinenstrecke
Wieso gibt es die Draisinenstrecke?
Wenn alte Bahntrassen einer neuen Nutzung zugeführt werden, verschwindet oft die Erinnerung. Dem will die Arbeitsgruppe Eisenbahngeschichte der Wuppertalbewegung in vielfacher Weise entgegentreten, z. B. durch den Erhalt von Kilometersteinen, Signaslen und Halteplätzen. Dazu gehört auch die Draisine mit dem original restaurierten Bahnsteig Loh.
In 11 Jahren erfreuten sich mehr als 10.000 Personen an dem kostenlosen Angebot. Für Schulen, Kindergärten und Personengruppn sind sie ein besonderes Erlebnis.
Warum kostet die Draisinenfahrt nichts?
Alle Mitbürgern sollen die Möglichkeit einer Draisinenfahrt haben. Deshalb wird nur um eine Spende gebeten und wir sind für jede Spende in beliebiger Höhe dankbr. Jede Spende kommt ausschließlich dem Material zu Gute , das wir benötigen, um die Strecke betreiben und gestalten zu können. Unser Einsatz, oftmals mehrere Stunden täglich, erfolgt ehrenamtlich.